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arznei-telegramm 2011; 42: 14

 


Kurz und bündig
 

Niedrig dosierte Azetylsalizylsäure (ASPIRIN, Generika) und Krebs: Kurz nach der Veröffentlichung einer Metaanalyse zum Einfluss der langfristigen Einnahme von niedrig dosierter Azetylsalizylsäure (ASS; ASPIRIN, Generika) auf Darmkrebs in Bezug auf Häufigkeit und Sterblichkeit (a-t 2010; 41: 126-7) legt dieselbe Arbeitsgruppe eine auch in der Tagespresse viel diskutierte Übersicht zu den Auswirkungen auf andere Krebsarten vor. Im Verlauf von acht in die Metaanalyse eingeschlossenen Studien (alle ursprünglich zur primären oder sekundären kardiovaskulären Prävention angelegt) mit insgesamt 25.570 Patienten kommt es unter ASS seltener zu krebsbedingtem Tod als bei den Kontrollen (Odds Ratio [OR] 0,79, 95% Konfidenzintervall [CI] 0,6-0,92). Auch die Gesamtmortalität ist signifikant niedriger (10,2% versus 11,1%). Drei Studien mit 12.660 Patienten (1.634 Krebstodesfälle), die bereits in der Analyse zur Darmkrebssterblichkeit ausgewertet wurden, liefern Daten über eine 20-jährige Nachbeobachtungszeit. Demnach ist die Krebssterblichkeit auch nach diesem Zeitraum niedriger (Hazard Ratio 0,8). Der Vorteil wird bei einer Einnahmedauer von mindestens fünf Jahren ersichtlich. Günstig beeinflusst erscheinen Adenokarzinome des Magen-Darm-Traktes, der Lunge und der Prostata. Mit zunehmendem Alter bei Studieneinschluss wächst der Nutzen auf nicht gastrointestinale Tumoren. Die Zahl tödlicher Hirntumore nimmt numerisch ebenfalls ab, während kein eindeutiger Einfluss auf hämatologische Erkrankungen besteht (ROTHWELL, P.M. et al: Lancet 2011; 377: 31-41). Trotz der schlüssig erscheinenden Ergebnisse raten wir weiterhin von einer ungezielten Krebsprophylaxe mit ASS ab. Die Autoren werten Studien zur kardiovaskulären Primär- und Sekundärprävention gemeinsam aus. Nur für die Sekundärprävention, bei der ASS ohnehin Standard ist, ist eine Senkung der Mortalität gesichert. Blutungskomplikationen werden nicht untersucht. Zudem werden die Daten der mit gesunden postmenopausalen Frauen durchgeführten WHI-Studie, bei der es zu keiner Senkung der Krebssterblichkeit kommt, wegen des Einnahmemodus (100 mg jeden zweiten Tag), nicht berücksichtigt. Doch selbst wenn sich ein Nutzen von ASS bestätigt, sind Dosierung, Modus und Dauer der Prophylaxe unklar. Die Autoren kündigen für dieses Jahr weitere Analysen an, -Red.



© arznei-telegramm 1/2011